Das Bolivien-Ausbildungsprojekt in Cochabamba war zwischen den Jahren 2001 und 2006 das Hauptprojekt der KfE im Ausland und hat die dafür zuständige Arbeitsgruppe insbesondere in der Planungsphase stark in Anspruch genommen. Nach verschiedenen Abklärungen wurde im Februar 2003 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Infocal das berufliche Ausbildungsprogramm für 24 Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnisse gestartet. Das Projekt wurde durch Hans Hug (ehemaliger Mitarbeiter von Swisscontact, zuständig für das Controlling) und Ligia Muguértegui (lokale Sozialarbeiterin) vor Ort begleitet. Die TeilnehmerInnen – 23 Frauen und 1 Mann, mit unterschiedlichem Alter und meistens in Heime untergebracht – gingen vier Tage pro Woche arbeiten und einen Tag in die Schule, um Kindergärtnerinnen zu werden. Im Dezember 2004 konnten 20 Jugendliche die Ausbildung erfolgreich abschliessen. Um das Projekt-Budget von insgesamt über 25′000 US$ zu entlasten, wurde zudem im Januar 2004 an der ETH Zürich ein bolivianisches Benefizessen organisiert: Daran nahmen etwa 350 Personen teil.
Die Resultate
Die Hauptziele des Projektes wurden insgesamt erreicht und die Resultate sind insofern positiv zu bewerten, als die Fortschritte der Jugendliche bedeutend sind und die Abschlussquote hoch ist. Gemäss der Schlussimpaktevaluation, die von Hans Hug im April 2006 durchgeführt wurde, konnte bei mindestens 8-9 TeilnehmerInnen eine gewisse Verbesserung der Lebensqualität verzeichnet werden. Einzig ein angemessener Lohn für alle TeilnehmerInnen konnte im Laufe des Projektes nicht gewährleistet werden aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort. Die Zusammenarbeit mit den Partnern war trotz gewissen kommunikativen Schwierigkeiten gut, und ihr professionelles Verhalten, ihr Engagement und ihre Erfahrung waren ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Abschluss des Projektes. Eine anfänglich angestrebte Weiterführung der zweijährigen Ausbildung kam nicht zu Stande und das gleiche gilt ebenfalls für eine nachhaltige Weitergabe des Projektes.Â
Der Lernprozess
Der KfE ermöglichte das Projekt einen wichtigen Lernprozess. Dabei wurden besonders folgende Lehren für zukünftige Auslandprojekte gezogen: 1) die Finanzierung sollte pünktlich und professionell verwalten werden, um die Vertrauensbasis zwischen den Partner nicht zu zerstören und Missverständnisse zu vermeiden; 2) Fundraising ist schwierig und setzt sehr viel Engagement, Zeit und Kontakte voraus; 3) die Kommunikation sollte regelmässig stattfinden und im Voraus geregelt und institutionalisiert werden; 4) die Projektleitung sollte persönlich vor Ort anwesend sein, um die Koordination zwischen den Partner zu gewährleisten; 5) die Nachhaltigkeit des Projektes sollte vor der Implementierung gut durchdacht und realistisch eingeschätzt werden; 6) die KfE-Arbeitsgruppe sollte ziemlich gross sein und eine gewisse personelle Kontinuität gewährleisten. Eine Zusammenarbeit mit professionellen Partner vor Ort ist anzustreben
MF, Bern, Januar 2008