Die Kommission für Entwicklungsfragen (KfE) der Uni und ETH Zürich und die Behindertenorganisation Cre-Arte aus Argentinien nahmen im Frühling 2007 Kontakt auf, um ein gemeinsames Projekt zu realisieren: die Theatergruppe von Cre-Arte sollte im Februar 2008 in die Schweiz eingeladen werden, um hier ihr Stück über die Geschichte des Tangos vorzuführen. Dies sollte Cre-Arte die Gelegenheit geben, sich mit Gleichgesinnten aus der Schweiz auszutauschen und zugleich ihre Arbeit bei uns vorzustellen. Weiter wollte die KfE den Argentiniern schweizerische Behindertenorgsanisationen und deren Arbeit vorstellen und einen Austausch mit diesen ermöglichen. Während ihrem etwa zweiwöchigen Aufenthalt hätte Cre-Arte genügend Zeit, neue Ideen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und auch ein fremdes Land kennen zu lernen.
Cre-Arte ist eine nichtstaatliche Organisation aus Argentinien. Ihr Sitz ist in Bariloche, das im nördlichen Teil von Patagonien liegt. Sie ist 1995 mit dem Ziel gegründet worden, eine umfassende Betreuung von Behinderten aufzubauen und zu vermitteln.
Als erster Schritt erichtete sie ein Ausbildungs- und Kulturzentrum für behinderte Personen. Dieses Zentrum sollte für die Dienstleistungen einspringen, die vom Staat nicht abgedeckt werden. Die Vereinigung Cre-Arte enwickelt eine heilpädagogische Methode weiter, die versucht, diverse Fähigkeiten und Möglichkeiten der Behinderten zu fördern, so dass das Selbstbewusstsein und die Wertung der Personen gestärkt werden, was auch eine bessere Integration in die Gesellschaft ermöglicht.
Cre-Arte stellt die Kunst als Potenzial für die menschliche Entwicklung in den Vordergrund.
Der kreative Prozess gehört zum Menschsein und ist nicht abhängig von den körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Einzelnen. Ohne die Förderung der Kreativität verliert der Mensch sein Selbstbewusstsein und somit auch die Möglichkeit sich weiterentwickeln zu können. Die Kunst ist ein Feld, wo die Behinderten ohne Risiko ihre Kreativität ausleben und entwickeln können und die Möglichkeit erhalten, sich als eigenständige und autonome Menschen zu fühlen und nicht nur immer als Subjekt der Betreuung. Sie können durch die Kunst den Anderen ihre Fähigkeiten und ihr Weltbild vermitteln, die sozialen Beziehungen stärken und einen wichtigen Beitrag an die kulturelle Vielfalt leisten.
Cre-Arte kämpft für den Respekt für behinderte Menschen und will erreichen, dass diese sich in der Gemeinschaft als autonome Individuen weiterentwickeln können
Im Moment betreut Cre-Arte etwa 60 Behinderte im Alter zwischen 16 und 52 Jahren. Der Altersdurchschnitt beträgt etwa 23 Jahre. Die meisten von ihnen sind mental behindert. Der grösste Teil kommt aus armen Familien, für welche es in Argentinien sehr schwierig ist, behinderte Kinder aufzuziehen, da es fast keine Institutionen gibt. In Bariloche ist Cre-Arte die einzige Organisation, die in diesem Bereich arbeitet und durch ihren Einsatz einen Ausweg aus einer schwierigen Situation bieten kann.
In der ersten Etappe des Projektes lud die KfE den Präsidenten von Cre-Arte, Luis Suero, im Juni 2007 an das zweiwöchige Behindertentheaterfestival „Okkupation“ in Zürich ein. Der Flug wurde von der KfE bezahlt und wohnen konnte er bei einem KfE-Mitglied. Während des Festivals realisierten wir zusammen mit Luis Suero eine Präsentation unseres Projektes in der Roten Fabrik (die Festivalleitung nahm uns in das offizielle Programm auf). Weiter hatte Luis Suero die Gelegenheit, Kontakte mit anderen Behindertenorganisationen aus der Schweiz und Europa zu knüpfen.
Zudem wurden wir mit dem Projekt in der argentinischen Botschaft in Bern vorstellig und präsentierten es auch in einer Abendsendung des Radio LORA.
Am 14. September 2007 reisten zwei Mitglieder der KfE nach Genf, um das Projekt an einem Infobasar anlässlich des Wettbewerbs „We care, you too?“ an der Jahreskonferenz von DEZA und SECO vorzustellen.
Die Schweizerische Vereinigung der Elternvereine für Menschen mit einer geistigen Behinderung (insieme Schweiz) widmeten unserem Projekt einen kleinen Artikel in der Septemberausgabe ihrer Zeitschrift.
Seit dem Mai 2007 ist die KfE auf der Suche nach Sponsoren. Das Budget haben wir bei etwa 48.000 Franken veranschlagt. Grösster Posten sind die Flüge für 14 Personen für die Strecke Buenos Aires - Zürich. Bis jetzt haben wir 2.000.- Fr. von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und 100.- Fr. von der Buchmann-Kollbrunner-Stiftung erhalten.
Leider sehen wir uns aufgrund der erfolglosen Spendensuche gezwungen, das Projekt „Tanguearte“, also die Einladung der Theatergruppe von Cre-Arte in die Schweiz, einzustellen. Wir würden aber trotzdem gerne ein Projekt in einem kleineren Rahmen mit Cre-Arte realisieren, da wir uns darin bestätigt sehen, dass diese Organisation absolut vertrauenswürdig ist, effizient mit uns zusammenarbeitet und wir ihre Arbeit und ihren Einsatz sehr bewundern. Wie diese zukünftige Zusammenarbeit aussehen wird, wird sich in nächster Zeit abzeichnen. An dieser Stelle dankt die KfE nochmals herzlich der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und der Buchmann-Kollbrunner-Stiftung für ihre Spenden. Auch wenn wir nun das vorgesehene Projekt nicht realisieren können, so waren die Zusagen eine riesige Motivation für uns. Das Geld wird ausschliesslich für Cre-Arte verwendet.
Die Kommission für Entwicklungsfragen (KfE) der Uni und ETH Zürich und die Behindertenorganisation Cre-Arte aus Argentinien planen ein gemeinsames Projekt, bei dem die Theatergruppe von Cre-Arte im Februar 2008 in die Schweiz eingeladen werden soll, um hier ihr Stück über die Geschichte des Tangos vorzuführen.